Der Silberlöffel

Der Silberlöffel


Der Silberlöffel
Phaidon/Edel
ISBN 3841901182
2011

Heute geht es um einen echten Klassiker. Nicht mehr ganz jung, im Gegenteil: Bereits 1950 ist in Italien die erste Ausgabe erschienen – “Il Cucchiaio d’argento” und im Vorwort ist zu lesen, es sei lange Zeit DIE Mitgift bei italienischen Hochzeiten gewesen und werde über Generationen vererbt. Der Name leitet sich ab aus der Redensart, wer mit einem silbernen Löffel im Mund geboren sei, könne mit einem reichen Erbe rechnen. Auch dies steht im Vorwort.

Kommen wir – bevor wir über den Inhalt sprechen – ausnahmsweise mal auf das Format. Der Silberlöffel wiegt über 3 Kilo. Er mutet daher an wie ein Nachschlagewerk und irgendwie ist er das auch. Bei über 2000 Rezepten ist das kein Kochbuch zum Durchblättern. Obwohl, als ich damals nach der Knieoperation so viel Zeit hatte, habe ich es wirklich gemacht. Ich habe deshalb beim Foto mal den Rand drangelassen, auf dem meine ganzen Klebezettel zu sehen sind. Am Anfang des Buches findet sich vielleicht deshalb auch eine Art Anleitung, wie man den Silberlöffel nutzen soll (nämlich ist auch hier individuelles Anpassen durchaus erlaubt).

Ansonsten ist der Inhalt schnell erklärt: Nach der schon erwähnten Ansprache folgen Saucen, Marinaden und gewürzte Butter, dann Antipasti, Horsd’œuvres und Pizza, dann folgt der erste Gang, anschließend Eier und Frittata, dann Gemüse, dann Fleisch, Krustentiere und Weichtiere und anschließend Fleisch und Innereien. Im nächsten Block folgen Geflügel, Wild, Käse, Desserts und Backen, sowie am Ende Menüs für besondere Anlässe, Menüs von Spitzenköchen und ein Register. Die Kategorien sind auf den Seiten farbig codiert.

Ich finde es fast schon lustig, hier nur ein Foto einer Carbonara zu posten, die ich aus diesem Buch gekocht habe. Es ist nämlich manchmal wirklich ein bisschen überfordernd mit fast schon zu viel Auswahl. Wie Peter Spandl in seinem Blog “Aus meinem Kochtopf” schon schreibt: “Wer auf den 55 Seiten(!) mit Nudelrezepten nichts findet, was ihm schmecken könnte, dem ist vermutlich nicht mehr zu helfen.”

Auch bei der Gestaltung bin ich wieder eher bei einem Nachschlagewerk. Von 2000 Rezepten gibt es nämlich nur 400 Fotos. Das heißt, von den meisten Gerichten gibt es kein Bild. Das ist nicht so schlimm, verleitet eben auch nicht so sehr zum Durchblättern. Ich nutze das Buch also eher, wenn ich eine konkrete Idee habe, die ich machen oder eine bestimmte Zutat, die ich verwenden will. So gibt es z.B. 17 Rezepte zu Tomaten (im Gemüsekapitel). Es gibt zu den verschiedensten Gemüsen einzelne Kapitel, z.B. auch zu Mönchsbart, da gibt es dann eben nur zwei Rezepte.

So, jetzt die Carbonara.

Spaghetti Carbonara. Foto: Annabell Bils

Das Rezept war gut erklärt und das Gericht einfach zu machen. Aber eben auch in aller Kürze. Ein Rezept auf einer Seite mit drei anderen. Insofern: Nachschlagewerk.

Aber: Ein Nachschlagewerk, das es sich im Schrank zu haben lohnt. Irgendwie doch ein Klassiker mit Standardwerken aus der italienischen Küche. 2019 ist eine neue Auflage erschienen, die offenbar überarbeitet wurde. Ich beziehe mich hier aber auf meine Auflage von 2011. Ich gebe3 out of 5 stars (3 / 5).

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