Rezepte für einen italienischen Sommer

Rezepte für einen italienischen Sommer:
Der Nachfolger des Silberlöffels
Phaidon Verlag
2013
ISBN: 3944297024

Ich muss es einfach so sagen: Dieses Buch ist wirklich der italienische Sommer schlechthin. 2018 sind wir mit dem Wohnmobil durch die Toskana gefahren und dieses Buch erinnert mich immer wieder daran. Die Rezepte haben eine große Leichtigkeit und machen das Einfache so besonders.

Heute hatte ich Lust auf Spaghetti alle vongole. Wir haben viele Kochbücher, die Rezepte dafür beinhalten, aber ich wollte auch etwas Fruchtiges, wie Tomaten, dabei haben. In diesem Buch wurde ich mit dem Rezept für Linguine ai frutti di mare fündig und bin gleich zum italienischen Supermarkt gelaufen, um Muscheln zu kaufen (es gab leider nur Venusmuscheln, denkt Euch einfach noch Miesmuscheln dazu). Das Gericht ist schnell gekocht und – wie gesagt – sehr einfach. Außer Muscheln, Knoblauch, Öl und Tomaten braucht man eigentlich nichts weiter – Pasta natürlich. Interessant an diesem Rezept finde ich, dass man die mit den Muscheln und der Sauce vermischten Nudeln noch für 5 Minuten auf einem mit Folie abgedeckten Backblech in den Ofen gibt. Das hat für mich so was von “So, jetzt kommt hier eine große Portion auf den Tisch, alle nehmen sich bitte, so viel sie mögen.”

Linguine ai frutti di mare.
Foto: Annabell Bils

“Rezepte für einen italienischen Sommer” nennt sich selbst den Nachfolger des Silberlöffels (zu diesem kommen wir hier). Es ist dem Klassiker sehr ähnlich, nur eben speziell auf Gerichte für den Sommer ausgelegt. Wie beim Silberlöffel auch gibt es aber verhältnismäßig wenig Abbildungen. Es ist also kein Buch, das man mal so durchblättert, um sich Inspiration zu holen, sondern man braucht die Idee zuerst und schaut dann nach, ob ein Rezept dafür vorhanden ist. Das finde ich ein bisschen schade.

Gut gefällt mir die Aufteilung der Rezepte in „Picknick“, „Salate“, „Grillen“, „Leichte Mittag- und Abendessen“, „Sommerfeste“, „Desserts“ und „Eiscreme und Getränke“. Das ist etwas ungewöhnlich und anders als in anderen Kochbüchern. Mit jeder Kategorie habe ich wieder ein Bild aus der Toskana im Kopf, bei “Picknick” denke ich an karierte Tischdecken auf Sommerwiesen am Weinberg, bei “Sommerfeste” an Oliven und Wein unter bunten Lampions. “Eiscreme” versetzt mich schlagartig auf den Marktplatz von San Gimignano und bei “Desserts” denke ich an aufgeschlagene Cremes mit Früchten in dem kleinen Restaurant mit den vielen Tischen und der lauten Musik in Lucca. Insofern ist die Aufteilung sicherlich gelungen – sie tut zumindest, was sie vermutlich soll und lässt Italien und Sommerwind aufleben.

Ich gebe mal 4 out of 5 stars (4 / 5).

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