Mamuschka

Olia Hercules
Mamuschka.
Osteuropa kulinarisch neu entdecken.

Dorling Kindersley
2015
ISBN: 3831028397

Irgendwie hat die osteuropäische Küche für mich etwas Heimeliges. Mag sein, dass es daran liegt, dass ich einen Großteil meiner Kindheit in der DDR verlebt habe, die doch einigermaßen stark von der russischen Küche geprägt war. Wie oft sind wir in den russischen Laden gefahren und haben uns in Teig eingebackene Würstchen gekauft. Wie oft gab es bei uns Pelmeni – und zwar einfach nur mit brauner Butter, hmmmm! Ich mag auch die Kombination aus traditionellen Gerichten und frischen Zutaten und muss sofort an irgendwas mit Dill und Knoblauch denken.

Dieses Kochbuch erfüllt diese Sehnsucht in gewisser Weise (wobei es leider kein Pelmeni-Rezept gibt). Und Olia Hercules ist eine coole Socke, die es schafft, die Küche ihrer Kindheit ins Heute zu holen, obwohl sie selbst inzwischen in London lebt. Das Buch ist schön gestaltet und auch wirklich hübsch bebildert – und Olia erzählt sehr viel von früher. Deshalb ist es – ähnlich wie bei Nigel Slater – auch wirklich ein Lesebuch, das man sich mit ins Bett oder die Hängematte nehmen kann, und eben nicht nur eine Rezeptsammlung.

Ich habe hier mal die ukrainischen Knoblauchbrötchen (Pampuschky) gemacht. Dazu schreibt die Autorin:

Pampuschka bezeichnet ein üppiges Prachtweib und ist eines meiner Lieblingswörter – Pam-pusch-ka! Diese Pampuschky serviert man traditionell zu rotem Borschtsch […]. In der Ukraine verwenden wir für das Würzöl getrockneten Knoblauch, also keine Sorge, wenn es an Frischem fehlt” (S. 42).

Die Pampuschky sind einfach zuzubereiten, dauern aber. Der Teig ist, anders als man Hefeteige so kennt, relativ fest. Auch nach dem ersten Aufgehen hat man nur Teigkugeln in Tischtennisballgröße und fragt sich, wie das denn bloß alles klappen soll. Aber keine Sorge, es klappt wirklich. Das Ergebnis sind dann 8 fluffige Brötchen, die mit Knoblauchöl bestrichen werden. Bei der nächsten Sommerparty wird das mein Mitbringsel sein. Dazu passt ein Salat (den im Bild habe ich mir allerdings aus dem, was zu Hause wegmusste, ausgedacht).

Ukrainische Knoblauchbrötchen.
Foto: Annabell Bils

Das Kochbuch hat eine klassische Einteilung:
Suppen und Eintöpfe
Brot und Gebäck
Gemüse und Salate
Klöße, Nudeln und Co.
Fleisch und Fisch
Eingemachtes und Eingelegtes
Konfitüre und Kompott
Nachspeisen
Getränke

“Eingemachtes und Eingelegtes” gefällt mir, die Sauren Gurken werde ich sicherlich nachmachen. Die Autorin schreibt:

“Im Garten meiner Mutter am Ende eines heißen Sommertags Gurken zu pflücken, ist die helle Freude. Von der Sonne gewärmt und an Ort und Stelle vernascht, schmecken sie unglaublich. Neigt sich die Saison dem Ende entgegen, ernten wir die letzten paar Eimer und legen sie ein.” (S. 152).

Ihr versteht, was ich so schön finde, nicht wahr? Das Kochbuch erfüllt meine Erwartungen voll und ganz, daher Für mich ein 5 out of 5 stars (5 / 5).

Und wer noch mehr von Olia sehen möchte:

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