Italien vegetarisch

Claudio Del Principe und Katharina Seiser
Italien vegetarisch
Brandstätter Verlag
2014
ISBN: 978-3-85033-806-6

Noch ein Buch aus der Reihe „Vegetarische Länderküche” des Brandstätter Verlags. Diesmal sind wir in Italien. Die italienische Küche gehört sowieso zu meinen Favoriten und bietet seit jeher viele vegetarische Gerichte, die in diesem Kochbuch aufgegriffen werden. Auch hier geht es wieder einmal durch das ganze Land, durch viele Regionen, Jahreszeiten und Traditionen.

Enthalten sind vegetarische Klassiker: Spargelrisotto zum Beispiel, Minestrone, Pasta mit Tomatensauce oder Rosmarinkartoffeln. Daneben gibt es aber auch viele Alternativen zu Rezepten, die man in der traditionellen italienischen Küche eher mit Fleisch zubereiten würde. Gemüselasagne statt der klassischen Variante, Strozzapreti mit Brokkoli statt mit Bolognese. Alles sehr lecker und das Fleisch fehlt dabei überhaupt nicht.

Eines meiner Lieblingsrezepte in diesem Buch sind Spatzenzungen mit Artischocken und Erbsen – das ist für mich eins der Frühlingsgerichte schlechthin. Die öligen Nudeln (in diesem Fall habe ich aber Tagliatelle genommen) flutschen so wunderbar, dazu die Säure der Artischocken und die Süße der Erbsen, das passt einfach wirklich gut zusammen.

Spatzenzungen (hier: Tagliatelle) mit Artischocken und Erbsen.
Foto: Annabell Bils

In Rom haben wir mal Orecchiette mit Stängelkohl gegessen und ich war sehr erfreut, auch in diesem Kochbuch ein Rezept dafür zu finden. Das Gericht hat einen sehr kräftigen Geschmack, ist durch die Chilis leicht scharf und hat herbe Aromen vom Rösten. Ich mag deshalb gern einen leichten Kontrast mit Süße. Daher habe ich dem Rezept aus dem Buch noch getrocknete Aprikosen begemischt und ehrlicherweise auch noch Salsiccia. Damit weicht es natürlich vom Original ab und ist darüber hinaus noch nicht einmal mehr vegetarisch, aber ich finde, wenn die Rezepte kreativen Freiraum ermöglichen, kann man diesen auch nutzen – ganz nach eigenem Geschmack.

Meine Variante ist nicht vegetarisch: Orechiette mit Cime di Rapa, Salsiccia picante und Aprikosen.
Foto: Annabell Bils

Wie auch die anderen Bücher in dieser Reihe ist “Italien vegetarisch” nach Jahreszeiten sortiert und dann wiederum in die Unterkategorien “Antipasti, Pane & Pizza”, “Suppen und Pesto”, “Salate und Gemüse”, “Pasta, Polenta & Reis” und “Süsses”. Das schafft eine gute Übersicht und übt das Gespür für saisonales Kochen ein. Auch hier gibt es wirklich schöne Rezeptfotos und Getränkeempfehlungen zu jedem Gericht. Zu den Spatzenzungen passt beispielsweise Flanghina, Pecorino oder Sauvignon, zu den Orecchiette Greco di Tufo, Nero di Troia, Primitivo oder Salice Salentino.

Außerdem wird in jedem Rezept ein Vorschlag für Variationen gemacht, z.B. „Diese Pasta isst man ohne geriebenen Käse“.

Dieses Kochbuch hat 5 out of 5 stars (5 / 5) verdient.

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