Deutschland vegetarisch

Stevan Paul und Katharina Seiser
Deutschland vegetarisch
Brandstätter Verlag
2013
ISBN: 978-3-85033-739-7

Der Brandstätter-Verlag führt seit mehreren Jahren eine Reihe “Vegetarische Länderküche”. “Italien vegetatisch” ist zum Beispiel auch daraus. Diese Reihe ist super, wir haben in unserem Kochbuchregal ein paar Länder daraus. Heute geht es um “Deutschland vegetarisch”, wovon ich zum ersten Mal bei Anke Gröner gelesen habe.

Dieses Kochbuch gefällt mir deshalb so gut, weil es ganz tradionellen Gerichten einen vegetarischen Anstrich verleiht. Grünkohl mit Pfefferbirnen zum Beispiel (S. 192). Ein wunderbares Winteressen, wozu man wirklich nicht unbedingt Kasseler braucht. Die Birnen geben Süße und Schärfe, der Grünkohl macht, dass es schmeckt wie früher auf dem Land. Dazu karamellisierte Kartoffeln – es ist wirklich ein Genuss.

Grünkohl mit Pfefferbirnen.
Foto: Annabell Bils

Oder nehmen wir die Dinnete, die wir vom Weihnachtsmarkt als Dinnede kennen. Flache Fladenbrote, bestrichen mit Frischkäse und Kartoffeln. Im Kochbuch gibt es eine Variante mit Zwiebeln und frischen Äpfeln, das passt einfach perfekt zusammen. Der Hefeteig lässt sich gut vorbereiten und – Achtung – auch gut einfrieren, so dass man zu gegebener Zeit immer wieder Dinnete machen kann.

Deutschland vegetarisch
Zwiebel- und Kartoffel-Dinnete.
Foto: Annabell Bils

Oder die Grumbeerwaffele, also Kartoffelwaffeln. Auch einfach eine gute Idee, den Teig im Waffeleisen auszubacken und geschmorte Pilze dazuzuessen. Im Rezept sollten es Pfifferlinge sein, mit Champignons war es aber auch sehr gut. Auch hier lassen die Rezepte ausreichend Freiraum.

Grumbeerwaffele.
Foto: Annabell Bils

Das Buch ist nach Jahreszeiten sortiert, obwohl es sicherlich auch nach Regionen möglich gewesen wäre, denn die Rezepte ermöglichen eine kleine Rundreise durch Deutschland. Von der Küste in die Berge, von West nach Ost. Frankfurter Grüne Sauce und Hannöversche Erbsensuppe, Obatzter und Schnüsch (nord- und süddeutschen Kartoffelsalat gibt es natürlich auch). Es sind die traditionellen Gerichte, wie Semmelknödel oder Rahmkohlrabi, die einfachen, wie Spinat mit Spiegelei oder Milchreis, und auch die komplizierten, wie Wickelklöße mit Spinat oder Maultaschen. Jede Jahreszeit ist noch einmal unterteilt in Vorspeisen, Hauptspeisen, süße Hauptspeisen und Nachspeisen.

Die Gerichte stehen in diesem Kochbuch klar im Mittelpunkt. Nach einem Vorwort der Herausgeberin und des Autors geht es direkt los. Die Rezepte sind schön bebildert und übersichtlich sortiert. Zu jedem Rezept gibt es einen Tipp, z.B.

“Der Teig für die Dinnete wird mit sehr wenig Hefe zubereitet und muss über Nacht im Kühlschrank gehen – er wird dadurch schön locker und feinporig.”

Und was besonders toll ist: Zu jedem Gericht gibt es auch eine passende Getränkeempfehlung, z.B. Apfelmost, Apfelsaft, Cidre oder jungen Wein zu den Dinnete.

Für mich ganz klar 5 out of 5 stars (5 / 5).

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