Neni: Tel Aviv

Haya Molcho – Nuriel Molcho – NENI
Tel Aviv
Food. People. Stories
Brandstätter Verlag
2018
ISBN978-3-7106-0091-3

Man kennt Haya Molcho vom NENI am Wiener Naschmarkt, aber inzwischen auch aus anderen Städten (und seit Neuestem gibt es sogar NENI-Produkte im Supermarkt). In Hamburg habe ich mal Sabich in ihrem Restaurant gegessen und wollte es dann unbedingt zu Hause nachkochen.

Im Kochbuch “Tel Aviv” von Haya und Nuriel Molcho findet sich ein Rezept für dieses israelische Frühstück, das gar nicht so leicht umzusetzen ist, weil es so viele Komponenten enthält: Das Brot, die Saucen, die Auberginen – dabei sieht das mit Tomaten und Eiern so einfach aus. Es lohnt sich daher vor allem für große Mengen. Geschmacklich ist das Sabich aus diesem Rezept aber ganz wunderbar. Jede der einzelnen Komponenten hat einen Sinn und bildet am Ende ein köstliches Gesamtkunstwerk.

Sabich
Sabich.
Foto: Annabell Bils

Und neben Sabich gibt es in “Tel Aviv” jede Menge andere Rezepte aus der levantinischen Küche – und sie sind wie die Stadt selbst: ein bisschen wild, bunt, Streetfood und Fusion-Küche, es ist alles dabei. Vom Anspruch her sind die Gerichte von simpel bis kompliziert, es scheitert eher an den Zutaten, die manchmal schwierig zu bekommen sind. Und was einfach aussieht, entpuppt sich oft als aufwändig (wie Sabich) und manches, das aufwändig aussieht, ist ganz leicht zu machen.

Es ist aber weit mehr als ein Rezeptbuch. Vielleicht ist es ein Geschichtenbuch. Erzählt wird von Menschen und Orten, die mit Essen zu tun haben. Die Familie Molcho wird ausführlich portraitiert – auf eine schöne Art und Weise. Welche Gerichte verbinden sie mit ihrer Kindheit? Was bedeutet das gemeinsame Mahl am großen Tisch?

Und zu jedem Kapitel gibt Portraits von Personen und Orten. Vom neugierigen Koch und den Trendsettern. Den ethischen Fleischessern und den Künstlerinnen. Den “Nicht-Geschäftsfrauen” und dem Gewürzhändler. Sehr liebevoll erzählt und schön bebildert. So ist die Geschichte von Heela Harel zu lesen – die Künstlerin und Wiederverwerterin und “urbane Pflanzensammlerin”:

“Heela bückt sich und und steht mit einer Hand voller grüner Blätter wieder auf. Sie zeigt uns die Form des Blattes, die Farbe des Stiels, reißt ein Stück ab, zerreibt es zwischen ihren Händen und lässt uns daran riechen. Es duftet ein wenig nach Spinat, aber dennoch frischer, irgendwie grüner.”
S. 81

Der Inhalt ist aufgeteilt in

  • Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte
  • Nenis Grundbaukasten
  • Fisch
  • Fleisch und
  • Süßes

Besonders schön ist “NENIS Grundbaukasten – Was wir immer zu Hause haben.” Dort sind unter anderem die Rezepte für die Saucen zu finden, die immer wieder zum Einsatz kommen (auch in Sabich): Amba, Tahina, Zhug und Harissa, aber auch Rezepte für eingelegte Zitronen, Pesto, Focaccia und Brühen.

Von mir gibt es für dieses Kochbuch:5 out of 5 stars (5 / 5)

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